Aktuelle Veranstaltungen
Das FÖPS Berlin veranstaltet regelmäßig Werkstattgespräche und (inter)nationale Tagungen zu unterschiedlichen Themen der öffentlichen und privaten Sicherheit. Insbesondere der Austausch von Wissenschaft und Praxis steht hierbei im Mittelpunkt.
FÖPS Werkstattgespräch (Hybrid):
Logistics of Illegality: Fragmented Port Governance and Cocaine Trafficking in Colombia
mit Markus Schultze-Kraft
Dienstag, 2. Juni 2026 um 17.00 Uhr
Teilnahme vor Ort (HWR Berlin, Alt-Friedrichsfelde 60 - Haus 6B, Raum 063) oder Online unter https://meet.hwr-berlin.de/b/lud-xgk-tyc
Im Verbund des Forschungsprogramms des DFG-geförderten Kompetenzzentrums der HWR Berlin zur Resilienz und den Herausforderungen von globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten forscht Prof. Dr. Markus Schultze-Kraft zu Illegalität in globalen Wertschöpfungsketten (GVC). Sein Vortrag behandelt die Thematik anhand einer Untersuchung der illegalen Kokainströme durch den kolumbianischen Pazifikhafen von Buenaventura, wo Prof. Schultze-Kraft im Herbst 2025 Feldforschungen durchführte. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, die Diskussion findet wahlweise auf englisch oder deutsch statt.
In der Forschung zu GVC wird die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften bislang weitgehend als Rahmenbedingung und nicht als Analyseobjekt betrachtet. Dieser Vortrag stellt ein politikökonomisches Konzept der Illegalität bzw. Schattenarchitekturen in GVC vor. Hierzu wird der Kokainhandel über den Hafenkomplex von Buenaventura an der kolumbianischen Pazifikküste als illegale Wertschöpfungskette analysiert, die direkt in die legale Containerlogistik eingebettet ist. Der Vortrag zeigt, wie große Kokainlieferungen trotz intensiver Drogenbekämpfungsmaßnahmen und vielschichtiger Sicherheits- und Compliance-Regelungen weiterhin stattfinden können. Aufbauend auf dem Konzept der „umstrittenen Schattenarchitektur“ (contested shadow architecture) werden Häfen als rechtlich elastische Governance-Systeme konzeptualisiert. In diesen stabilisieren Fragmentierung, regulatorische Arbitrage, rechtliche Abschottung und glaubhafte Abstreitbarkeit die illegalen Ergebnisse. Unter Rückgriff auf Sekundärquellen, Politikberichte und feldbasierte qualitative Forschung zeichnet der Vortrag nach, wie staatliche Strafverfolgung, Hafensicherheit, globale Schifffahrtsoperationen und bewaffnete nichtstaatliche Regulierung zusammenwirken, um illegale Kokainströme durch eine global integrierte Handelsinfrastruktur aufrechtzuerhalten.
Eine Veranstaltung des Forschungsinstituts für öffentliche und private Sicherheit (FÖPS Berlin) der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin). Wir würden uns freuen, wenn wir Sie als Zuhörer:in begrüßen dürfen und Sie sich an der anschließenden Diskussion beteiligen. Eine Teilnahme ist entweder Online (ohne Voranmeldung) oder vor Ort in Präsenz möglich.
Teilnahme vor Ort
Die Veranstaltung findet am Campus Lichtenberg der HWR Berlin, Alt Friedrichsfelde 60 in Haus 6B, Raum 063 (Erdgeschoss) statt. Sie können an diesem Werkstattgespräch gern vor Ort teilnehmen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Sie erreichen uns am besten über folgende ÖPNV-Verbindungen: Bus 108/194 (Bildungs- und Verwaltungszentrum), Bus 192 (Alt-Friedrichsfelde), U5 (Friedrichsfelde), S5/S7/S75 (Friedrichsfelde Ost) und Tram-Linien M17 / 27 (Alt-Friedrichsfelde / Rhinstraße).
Teilnahme Online
Die Veranstaltung wird über den BigBlueButton-Videokonferenzserver der HWR Berlin übertragen. Sie können daran über folgenden Link teilnehmen: https://meet.hwr-berlin.de/b/lud-xgk-tyc. Für die Online-Teilnahme brauchen Sie sich nicht anmelden, es werden auch keine Login-Daten benötigt. Der Meetingraum wird 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn geöffnet. Um sich im Chat / an der Diskussion beteiligen zu können, empfehlen wir Ihnen, den Link über Google Chrome oder Microsoft Edge aufzurufen – bei anderen Browsern kann es u.U. zu Einschränkungen kommen.

ERFOLGREICH VERNEHMEN
Die Untersuchende Vernehmung besonders schutzbedürftiger Personen
Fachtagung
Ort: Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg, Oranienburg
Datum: 12. April bis 14. April 2027
Die Befragung von Tatverdächtigen, Zeugen und Opfern ist eine zentrale Aufgabe der Polizei. Ziel ist es dabei einerseits, effektiv vorzugehen, also möglichst viele und richtige Informationen über ein Ereignis zu erhalten. Andererseits ist es in einem demokratischen Rechtsstaat von fundamentaler Bedeutung, dass auch in Vernehmungen Würde und Rechte der zu Vernehmenden geachtet und geschützt werden. Internationale Forschung der letzten 50 Jahre konnte zeigen, dass die Untersuchende Vernehmung ein effektives Vorgehen ermöglicht. Der Einsatz investigativer, zwangsfreier Vernehmungsmethoden fördert den Beziehungsaufbau zwischen Vernehmenden und Vernommenen und liefert dadurch mehr tatrelevante Informationen. Mit Zwang und Druck ausgeführte Vernehmungen hingegen, die oftmals darauf abzielen, von einem Tatverdächtigen ein Geständnis zu erlangen, führen im Allgemeinen dazu, dass befragte Personen eingeschüchtert werden und eher unzuverlässige Aussagen bis hin zu falschen Geständnissen abgeben. Neben der geringen Aussagequalität können solche Vernehmungen die Menschenrechte auf körperliche Unversehrtheit oder auf ein faires Gerichtsverfahren verletzen. Die Anwendung der Untersuchenden Vernehmung stellt somit den aktuellen Stand der Wissenschaft dar.
Die sogenannten Méndez-Prinzipien (offiziell: „Principles on Effective Interviewing for Investigations and Information Gathering“) formulieren Leitlinien für rechtmäßige, ethische und wirksame Befragungen durch Polizei und andere Ermittlungsbehörden. Diese Prinzipien proklamieren einen klaren Paradigmenwechsel: weg von geständnisorientierten, druckbasierten Vernehmungen – hin zu untersuchenden, informationsgewinnenden Befragungen, die auf wissenschaftlicher Evidenz beruhen. Die Méndez-Prinzipien können damit heute als internationaler Referenzstandard für moderne Vernehmungspraxis gelten. Sie sind 2025 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zustimmend zur Kenntnis genommen und allen Staaten zur Anwendung empfohlen worden. Als Kernstück der Prinzipien wird dabei die Untersuchende Vernehmung hervorgehoben. Mittlerweile hat sich eine internationale Bewegung zur Implementierung der Méndez-Prinzipien gebildet. Auch in Deutschland gibt es inzwischen Bestrebungen (beispielsweise durch ein deutsches Méndez-Zentrum – www.zefab.org), die Vernehmungspraxis in Polizei und Justiz im Sinne der der Untersuchenden Vernehmung auszurichten. Auch die anstehende Tagung verfolgt dieses Ziel und will so zur Professionalisierung polizeilicher Vernehmungen beitragen.
Eine besondere Anforderung an Vernehmende stellen Personen mit spezifischen Bedürfnissen und einer besonderen Schutzbedürftigkeit dar. Dazu zählen unter anderem Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen mit psychischen Störungen, kognitiven Einschränkungen, bestimmten Verhaltensauffälligkeiten sowie mit akuten bzw. chronischen Traumatisierungen. In der Praxis treten diese Merkmale allerdings häufig nicht isoliert, sondern in Kombination auf. Daraus resultieren komplexe Konstellationen erhöhter Schutzbedürftigkeit, bis hin zu einer „Kulmination von Vulnerabilität“ (z. B. ältere Personen mit Migrationshintergrund, kognitiven Einschränkungen und einer Traumatisierung zugleich), die besondere Herausforderungen an die Vernehmungssituation stellen. Diese Kulmination kann bei Zeuginnen und Zeugen, aber auch bei Beschuldigten auftreten. Sowohl aus wissenschaftlicher als auch menschenrechtlicher Perspektive bleibt die Untersuchende Vernehmung das erste Mittel der Wahl.
Die anstehende Tagung widmet sich den Herausforderungen und Besonderheiten, besonders schutzbedürftige Personen polizeilich zu vernehmen. Beiträge von Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis zeigen einerseits auf, wie die Untersuchende Vernehmung unter Berücksichtigung besonderer Schutzbedarfe umgesetzt werden kann. Zusätzlich sollen Fachvorträge spezifisches Hintergrundwissen zu relevanten Bedingungen und Phänomenen schutzbedürftiger Personen vermitteln, etwa zu Alterungsprozessen, psychischen Störungsbildern oder migrationsbedingten Erfahrungen. Neben Fachvorträgen sind interaktive Workshops vorgesehen, die Raum für Austausch, Anwendung und Vertiefung von Trainingsmöglichkeiten bieten.
Adressat*innen und Teilnahmebedingungen
Die Veranstaltung richtet sich besonders an Polizeipraktikerinnen und Praktiker sowie Lehrende von Verwaltungs- und Polizeihochschulen bzw. -akademien als auch an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Führungskräfte der Polizei.
Die Tagungssprache ist Deutsch. Die Tagung findet in Präsenz statt. Wir laden alle Interessentinnen und Interessenten herzlich zur Teilnahme ein.
Bedienstete der Polizei Brandenburg können sich über das landeseigene Bildungsportal der Polizei ab sofort anmelden. Alle weiteren Interessentinnen und Interessenten melden sich bitte per Mail über die tagungseigene Kontaktadresse erfolgreichvernehmen@hpolbb.de an. Eine Tagungspauschale wird nicht erhoben. Für Fragen zu den Anmeldemodalitäten steht Frau Katja Schimming und Frau Susann Lucas vom Veranstaltungsmanagement der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg zur Verfügung. Für Polizeiangehörige kann ein geringes Kontingent an Unterkunftsplätzen an der Hochschule in Oranienburg genutzt werden. Die Platzvergabe erfolgt in zeitlicher Reihenfolge der Bedarfsanmeldung.
Weitere Informationen zum inhaltlichen Programm werden auf den Internetseiten der Veranstalterinnen www.hpolbb.de und www.foeps-berlin.org erscheinen.
Im Anschluss der Tagung ist ein Tagungsband zur Veröffentlichung geplant.
Für Fragen stehen wir als Organisationsteam ebenfalls über die Kontaktadresse erfolgreichvernehmen@hpolbb.de gern zur Verfügung.
Organisationsteam:
Prof. Dr. Stefan Schade, Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
Prof. Dr. Birgitta Sticher, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Prof. Dr. Ralf Alleweldt, Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
Prof. a. d. PA Dr. Sabine Schildein, Polizeiakademie Niedersachsen
Unterstützt durch:

Die Termine der nächsten FÖPS-Werkstattgespräche sind:
Dienstag, 14. Juli 2026 von 17 bis 19 Uhr.
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