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Veranstaltungen

Das FÖPS Berlin veranstaltet regelmäßig Werkstattgespräche und (inter)nationale Tagungen zu unterschiedlichen Themen der öffentlichen und privaten Sicherheit. Insbesondere der Austausch von Wissenschaft und Praxis steht hierbei im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Sollten Sie Interesse an der Teilnahme an einer der Veranstaltungen haben, melden Sie sich gerne bezugnehmend auf den Veranstaltungstitel unter foeps-office(at)hwr-berlin.de für die Veranstaltung an.

 


Folgende Termine sind im Sommersemester 2018 geplant:


19. April
Janine Neuhaus: Gewaltprävention in Schulen: Wirksamkeit und Weiterentwicklung der Anti-Gewalt-Veranstaltungen der Polizei Berlin
03. Mai
Vincenz Leuschner: Zwischen Amoklauf und Terroranschlag – gezielte Attentate durch Einzeltäter – Neuere Ergebnisse der mikrosoziologischen Forschung
07. Juni
Matthias Braasch: Korruption in Deutschland und die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung
28. Juni
Hans-Gerd Jaschke, Marc Coester und Helmut Tausendteufel: Ergebnisse aus dem Projekt „Wissenschaftliche Begleitung des Berliner Landesprogramms Radikalisierungsprävention“
26. Juli
Jacqueline Ross: Verdeckte Polizeiarbeit – eine vergleichende Analyse zwischen den USA, Deutschland, Frankreich und Italien


Gewaltprävention in Schulen: Wirksamkeit und Weiterentwicklung der Anti-Gewalt-Veranstaltungen der Polizei Berlin

Donnerstag, 19. April 2018 um 17 Uhr

 

HWR Campus Lichtenberg

Alt Friedrichsfelde 60

10315 Berlin,

Haus 6B, Raum 063 (ist ausgeschildert)

 

Provokationen und Bedrohungen stellen soziale Situationen dar, mit denen Jugendliche oft überfordert sind: Von Ärger getriebene, impulsive Reaktionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation von Gewalt. Eine Vermittlung von Fähigkeiten, die einen kompetenten Umgang mit Konflikten gewährleisten, stellt ein zentrales Element der Anti-Gewalt-Veranstaltungen (AGVen) der Polizei Berlin dar, die von Berliner Polizeibeamtinnen und –beamten, den so genannten Präventionsbeauftragten, seit den 90er Jahren an Berliner Schulen durchgeführt werden.

 

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Evaluation und Weiterentwicklung der AGVen der Polizei Berlin. Nach Darstellung zentraler Ergebnisse einer Wirksamkeits- und Prozessevaluation, die in den Jahren 2013 bis 2015 an der Freien Universität Berlin vorgenommen wurde, werden Maßnahmen zur Optimierung des Programms vorgestellt. Diese beinhalten neben strukturellen Verbesserungen, wie eine zukünftig stärkere Einbeziehung der Lehrkräfte, auch die Entwicklung von geeigneten Trainingsmaterialien. Letzteres beinhaltet insbesondere die Konzeption und Illustration von Bilderserien zum Abbau feindseliger Interpretationen in sozialen Situationen, die im Rahmen des Projekts „EMRAH“ im Jahr 2018 an der HWR Berlin realisiert wurden.

 

Im Anschluss an den Vortrag sollen Chancen und Herausforderungen der Zusammenarbeit von Schule, Polizei und Wissenschaft zur Prävention von Gewalt an Schulen gemeinsam diskutiert werden.

 

Referentin:

Prof. Dr. Janine Neuhaus ist Professorin für Psychologie und Forschungsmethoden an der HWR Berlin und Mitglied des FÖPS Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Themenbereichen Kriminalprävention, Jugendgewalt, Interventions- und Evaluationsforschung sowie der Genderforschung.

 

Im Vortrag wird auf folgende Projekte Bezug genommen:

  • Projekt „Evaluation und Entwicklung der polizeilichen Gewaltpräventionsmaßnahmen an Berliner Schulen“ an der Freien Universität Berlin, Laufzeit: 07/2013-12/2015, gefördert durch das Landeskriminalamt Berlin; Projektleitung: Prof. Dr. Dieter Kleiber, Prof. Dr. Bettina Hannover; Operative Leitung: Dr. Janine Neuhaus.
  • Projekt „Entwicklung von Materialien zur Reduktion feindseliger Attributionen bei Heranwachsenden“ (EMRAH) an der HWR Berlin, Laufzeit: 07/2018-31.12.2018, gefördert durch die Landeskommission-Berlin gegen Gewalt; Projektleitung: Prof. Dr. Janine Neuhaus, Studentischer Mitarbeiter (gPVD) Marcel Ahl

Zwischen Amoklauf und Terroranschlag – Neuere Ergebnisse der mikrosoziologischen Gewaltforschung zu gezielten Attentaten durch Einzeltäter

Donnerstag, 3. Mai 2018 um 17.00 Uhr

 

HWR Berlin

Campus Lichtenberg

Alt Friedrichsfelde 60

10315 Berlin

Haus 6B, Raum 063 (ist ausgeschildert)

 

In den letzten zehn Jahren hat in Europa eine Reihe gezielter Attentate stattgefunden (z.B. München 2016, Oslo 2011) deren definitorische Zuordnung die Gewaltforschung vor Probleme stellt, da bei diesen Taten die Grenzen zwischen Amokläufen und terroristischen Attentaten zu verschwimmen scheinen. Im Vortrag soll diese These auf der Grundlage empirischer Befunde diskutiert werden. Hierbei wird argumentiert, dass tatsächlich davon auszugehen ist, dass beide Phänomene schwerer Gewaltkriminalität Gemeinsamkeiten und Überlappungen zeigen, bei denen die kommunikative Bedeutung im Mittelpunkt steht.

 

Auf der Grundlage einer qualitativ-mikrosoziologischen Untersuchung von Tatsituationen und Vorfeldentwicklung bei einer vollständigen Stichprobe deutscher Fälle gezielter Schulattentate („Schulamokläufe“) wird der Vortrag eine Typologie gezielter Attentaten vorstellen und die gesellschaftlichen Bedingungen problematisieren, die eine Verbreitung derartiger Gewaltphänomene ermöglichen.

 

Referent:

Prof. Dr. Vincenz Leuschner ist Professor Kriminologie und Soziologie am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement der HWR Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Gewaltforschung (Amok, Terrorismus), der Viktimologie, der Erforschung sozialer Probleme, Entwicklungskriminologie, Kriminalprävention und Soziologie sozialer Beziehungen.


Korruption in Deutschland und die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung

Donnerstag, 7. Juni 2018 um 17.00 Uhr

 

HWR Berlin

Campus Lichtenberg

Alt Friedrichsfelde 60

10315 Berlin

Haus 6B, Raum 065 (ist ausgeschildert)

 

Kaum eine Kriminalitätsform ist in der jüngeren Vergangenheit so häufig und intensiv in den Medien, der Öffentlichkeit und auch der Fachliteratur thematisiert worden wie die scheinbar weit verbreitete Korruption. Für besondere Aufmerksamkeit sorgten u.a. die Strafverfahren gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff und „Ex-Formel 1-Chef“ Bernie Ecclestone, die Diskussionen um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften nach Russland und Katar, aber auch Fälle der sogenannten „petty corruption“ wie die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen eine Berliner Lehrerin wegen der Annahme eines Abschiedsgeschenks ihrer Schüler.

 

Eine der Hauptursachen für die Entstehung von Korruption scheint das beharrliche Bestehen eines Wertesystems zu sein, das einer privatnützigen und materialistischen Maxime den rücksichtslosen Vorrang gegenüber der Orientierung des individuellen Verhaltens am Gemeinwohl einräumt.

 

Doch welchen Beitrag können Strafvorschriften überhaupt leisten, um potentielle Täter abzuschrecken? Welche Möglichkeiten bieten die vielfältigen Präventionsmaßnahmen, die bisher mit sehr unterschiedlicher Konsequenz umgesetzt worden sind? Werden die Fundamente des demokratischen Rechtsstaates tatsächlich durch eine „Wachstumsbranche Korruption“ bedroht, oder handelt es sich dabei um ein übertriebenes Schreckensszenario?
Auf diese und weitere Fragen versucht der Vortrag umfassend und kritisch praxisrelevante Antworten zu geben.


Referent:

Dr. Matthias Braasch ist Gastdozent für Kriminologie am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement der HWR Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Korruptionsprävention, Compliance, Straf- und Maßregelvollzug sowie Dopingkriminalität.